Archiv 2018 - Tristan_Schach

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Archiv 2018

05.01.2018

Allen ein schönes neues Jahr 2018.
Gestern ging mit einem Sieg von Rüdiger gegen Dirk das Pokalturnier zu Ende.

26.01.2018

Bei der Bezirksligabegegnung mit Travemünde konnten wir uns eindrucksvoll mit 4,5 zu 1,5 behaupten. Näheres unter:
http://ergebnisdienst.schachverband-sh.de/index.php/ergebnisdienst-2017-18/bezirk-ost/bezirksliga-b-ost


29.01.2018

Im Februar ist unser Vereinslokal im Wennhof lt. Aussagen des Betreibers für uns leider nicht nutzbar.  

31.01.2018

In der Galerie unter 2018 Neujahrstreffen stehen Bilder bereit, die uns Michael freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür.

02.02.2018

Die Hauptversammlung fand statt. Demnächst steht das Protokoll bereit. Die Pokalrunde beginnt am 09.03. und die Vereinsmeisterschaft am 16.03.2018. Die Paarungen sind im Ergebnisdienst bereits einsehbar.

09.02.2018

Leider haben wir das Bezirksligaspiel gegen Schwartau mit 2,5 zu 3,5 verloren. Wir belegen den 5. Platz.



02.03.2018

Leider konnten wir aus organisatorischen Gründen im Vereinslokals unser Bezirksligaspiel entgegen vorheriger Zusage des Betreibers nicht im Wennhof bestreiten und nahmen insofern gerne das Angebot der Eutiner Kollegen wahr, den Spielort nach Eutin zu verlagern. Leider mußte ein Brett frei bleiben und letztendlich verloren wir das Treffen mit 2,5 zu 3,5. Näheres unter Ergebnisdienst.


03.03.2018

Bericht zum gestrigen Spiel von Rüdiger ( um eine Passage, die jedoch als Mail verschickt wurde, gekürzt - TW )
Moin Männer,

gestern haben wir leider wieder eine Niederlage einstecken müssen. Nachdem ich erst zum zweiten Mal wieder einmal selbst mitspielen konnte, gab es zum zweiten Mal eine knappe 2,5:3,5 Niederlage.
Letztendlich hatten wir Glück, dass die Eutiner ihr Spiellokal ausnahmsweise auch an diesem Freitag nutzen und wir einfach das Heimspielrecht tauschen konnten. Leider bekamen wir dann eine neues Problem, da Wolfgang Weingarten nur für Heimspiele zur Verfügung steht, wie er mir unmissverständlich klar gemacht hat. Ich konnte dann zwar noch kurzfristig Klaus für das sechste Brett gewinnen, aber der bekam gesundheitliche Probleme und musste leider noch absagen. Der Rückgriff auf unsere letzten Listenspieler hat dann nicht mehr funktioniert, so dass wir sogar noch ein Weißbrett frei lassen mussten, da Dirk und Wolfgang sowie Alex und Tristan direkt in der Meldeliste hintereinander stehen, so dass wir keine "Luftnummer" für ein Schwarzbrett auf den Spielbogen bringen konnten.

Trotzdem waren wir eigentlich guten Mutes. Tristan sagte noch am Telefon: Dann gewinnen wir eben 5:1. Das war sicherlich scherzhaft gemeint, aber die Einstellung ist erst einmal nicht verkehrt. Nachdem wir uns dann an die Bretter begeben hatten, hatte ich bei meinem ersten Rundgang nach einer Stunde auch noch die Hoffnung, dass wir aus Eutin etwas mitnehmen können. Tristan hatte ein wenig Druck auf den isolierten a-Bauern seines Gegners und Alex hatte sich ordentlich aufgebaut. Es waren allerdings noch alle Offiziere auf dem Brett und so ganz habe ich mit einem flüchtigen Blick nicht durchgeblickt. Wolfgang stand ein wenig unter Druck und bei Dirk sah es richtig gut aus. Langfristig schien er Angriff auf die schwarze Königsstellung zu bekommen. Ich kam mit Schwarz auch ordentlich aus der Eröffnung, ohne schon etwas konkretes zu haben.

Eine halbe Stunde später schielte ich mal zu Wolfgang rüber und sah, dass sich dort einiges getan hatte. Als ich mir die Stellung etwas näher anschaute, glaubte ich zu erkennen, dass er sich, anstatt eine Figur zurückzunehmen, mit einem geschickten Springerangriff auf die Dame unter Ausnutzung einer Fesselung durch seinen f-Turm befreien konnte. Die scheinbar geopferte Figur würde er im nächsten Zug zurückbekommen. Vielleicht würde er einen Bauern einbüßen, aber die Stellung schien danach vereinfacht, nur noch mit den Schwerfiguren, remisträchtig zu sein. Als ich dann von meinem Brette noch einmal zu Wolfgang rübersah, dachte ich kurzzeitig, dass er mit einem Zwischenschach den Bauern sogar verteidigen und dadurch ein starkes Zentrum erlangen könnte, aber dann sah ich, dass dies nicht ging, da der eigentlich zur Rückeroberung vorgesehene Springer dazwischen ziehen und das Schach abwehren könnte. Wie das immer so ist, wenn man tiefenentspannt auf ein anderes Brett schaut. Meistens sieht man nur die Hälfte, aber manchmal sieht man etwas ganz klar, während der am Brett sitzende Spieler ganz andere Gedanken im Kopf hat, dann kurz eine geniale Idee entwickelt, den scheinbar noch besseren Zug findet und das Elend erst sieht, wenn er gezogen hat. Als ich wenige Minuten später wieder auf Wolfgangs Brett sah, stand der Läufer auf dem unsäglichen Feld und die Figur war dahin. Damit stand Wolfgang klar auf Verlust und konnte die Partie einige Zeit später nicht mehr halten.

Nachdem Tristan sich den Bauern doch nicht einverleiben konnte, kam es zum einem größeren Abtausch und letzendlich zu einem klaren Remis an Brett 5. Somit stand es 2,5:0,5 gegen uns. Dirk stand zwar inzwischen extrem gut bis klar auf Gewinn mit einem schönen Königsangriff mit Dame, Turm und Läufer sowie f und g Bauer, während der Gegner keinerlei Gegenspiel am geschlossenen Damenflügel kreieren konnte. Ich hatte zwischenzeitlich die offene c-Linie erobert und rechnete mir langfristig gute Chancen aus, irgendwie daraus Materialvorteil zu generieren, zumal mein Gegner nicht allzu aggressiv spielte und eher auf ein Remis aus zu sein schien. Alex schien evtl. zwischenzeitlich einen Bauern gewinnen zu können, aber ich hatte das Gefühl, dass die entsprechende Kombination evtl. ein Loch haben könnte. Wenig später sah es nach ausgeglichenem Material aus, aber seine Figuren standen etwas unglücklich und der Gegner schien zunehmend Druck aufbauen zu können. Vielleicht war ja noch ein 3:3 möglich.

Nach gut drei Stunden konnte Dirk seine schöne Partie souverän zum Sieg führen. Sein Gegner dachte zwischenzeitlich, dass er sich doch befreien könnte, aber seine Berechnung war nicht korrekt und Dirk konnte mit einem Turmopfer die Bauern vor dem König eliminieren und das Matt bzw. Damenverlust waren dann nicht mehr zu vermeiden. Alex verlor einen Bauern und bei den restlichen dreien handelte es sich um Isolani, so dass auch sein König recht offen stand. Kurz darauf musste er seine Partie leider aufgeben. Wie es genau passiert ist, habe ich leider gar nicht mitbekommen.

Damit war unsere Niederlage besiegelt und ich und mein Gegner hatten das Spiellokal für uns alleine. Ich hatte immer etwas Vorteil, aber irgendwie wollte kein Materialgewinn gelingen. Ich konnte lediglich seine Bauernstruktur verschlechtern und einige Figuren abtauschen. Letztendlich spielten wir bis wir beide nur noch 10 Minuten auf der Uhr hatten, bevor es mir im Endspiel mit Turm und Springer gegen Turm und Läufer endlich gelang, entscheidenden Vorteil zu erzielen. Seine Bauern standen auf den falschen Feldern, so dass sein Läufer sie nicht decken konnte. Dadurch musste er seinen Turm zu passiv stellen und ich konnte schlussendlich die Bauern einen nach dem anderen gewinnen.

Gruß Rüdiger

15.03.2018

Leider kann Heinrich Schelten aus persönlichen Gründen seine Spiele in der Vereinsmeisterschaft nicht durchführen. Wolfgang Weingarten übernimmt Heinrichs Spiele. Der Spielplan wurde entsprechend geändert.

21.04.2018 ( Bericht vom Bezirksligaspiel gegen Kücknitz von Rüdiger ):

Hallo Schachfreunde,

mit 4:2 haben wir in dem Spiel in Kücknitz einen versöhnlichen Saisonabschluss feiern können und letzendlich sogar noch den dritten Rang in der Tabelle erreicht. Schade, dass Thomas in seinem letzten Verbandsspiel für den SV Strand gegen den stärksten Kücknitzer noch einmal eine Niederlage quittieren musste. Dirk musste kurzfristig absagen und Henning ist dafür eingesprungen, so dass er doch noch einen Einsatz in dieser Saison hatte.

Die Fahrt nach Kücknitz war gar nicht so einfach, angesichts der vielen Baustellen und Sperrungen. Wir waren allerdings alle früh da, sogar noch vor unseren Gastgebern. In dem angenehm großen Spielsaal ging es aber dann pünktlich los. Wir kamen eigentlich alle ganz gut aus der Eröffnung raus. Tristan und sein Gegner bauten sich eher abwartend auf den jeweils drei Linien ihrer Bretthälfte auf, das sah sehr solide aus. Günter schien von Anfang an etwas Druck zu haben. Er griff einen Springer mehrfach an, musste aber auf  seine Dame aufpassen, der durch Abzug von Figuren Ungemacht drohte. Nachdem sich der erste Rauch verzogen hatte, bekam der Gegner etwas Druck auf der langen weißen Diagonale a8-h1, aber Günter hatte Raumvorteil und seine Figuren standen insgesamt besser. Hennings Gegner wartete recht lange mit seiner Rochade, entschied sind dann doch dafür lang zu rochieren, obwohl die Damenflügelbauern von Henning schon recht weit vorgerückt waren. Dafür hatte sein Gegner Läufe und Dame auf der schwarzen Diagonale Richtung des schwaren Fianchettoläufers auf g7 postiert. Nach einem Sprngerabzug mit Schach kam es zu einem Generalabtausch so dass beide Spieler jeweils einen Springer und beide Türme behielten. Dabei konnte Henning einen Bauern gewinnen. Das sah auch recht gut aus. Wolfgang stand scheinbar etwas unter Druck, konnte diesen durch die lange Rochade aber erst einmal neutralisieren, auch wenn Läufer und Turm am Königsflügel sich nicht so recht entwickeln konnten bzw. für die Verteidigung benötigt wurden. Für den vermeintlichen Köngisangriff vernachlässigte sein Gegner seinen Damenflügel und Wolfgang konnte auf b7 mit der Dame schlagen und sein Gegner musste den Springer geben, um seinen Turm auf a8 zu retten. Wenn der Angriff seines Gegners nicht durchschlug, sollte der Materialvorteil für den ganzen Punkt reichen. Auch bei Thomas sah es zunächst recht ausgeglichen aus. Allerdings hatte Thomas Probleme seinen weißen Läufer zu entwickeln. Mein Gegner verhinderte zwar den direkten Königsangriff, stellte sich dadurch aber recht passiv auf. Ich hatte deutlichen Raumgewinn und war eigentlich auch überzeugt, mittelfristig guten Angriff zu bekommen.

Nach 1,5 Stunden informierte mich Tristan, dass er mit seinem Gegner Remis vereinbart hatte. Offensichlich war die Stellung beiderseits derart solide, dass kein Spieler einen Angriff initieren konnte. Kurz darauf konnte Wolfgang den vollen Punkt einfahren. Ich habe leider nicht mitbekommen, was genau zur Aufgabe seines Gegners führte, aber Wolfgangs Dame war zwischenzeitlich ins eigene Lager zurückgekehrt und er hatte eine gesunde Mehrfigur. Zudem stand der König seines Gegners etwas luftig da. Damit hatten wir bereits 1,5 Punkte eingefahren. Nach einer weiteren guten halben Stunde konnte auch Günter seinen Gewinn vermelden. Nachdem Abtausch des letzten Turmpaares hatte Günter im Endspiel mit jeweils Springer, Läufer und Dame deutlichen Vorteil erzielt. Durch geschicktes Manövrieren hat er vermutlich eine Figur gewinnen können. Die entscheidende Entwicklung habe ich leider verpasst. Damit führten wir schon mit 2,5 : 0,5. Henning hatte zwischenzeitlich seinen gewonnen Bauern eingebüst und es schien im Turmendpiel auf ein Bauernrennen hinauszulaufen. Henning hatte Freibauern am Königsflügel, während sein Gegner am Damenflügel freie Bahn für seine Bauern hatte. Thomas hatte seinen weißen Problemläufer inzwischen gut auf h3 positioniert, wo er den König seines Gegners, der sich hinter der Bauernkette h2,g3 verschanzt hatte, sozusagen gefangen hielt Sein Gegner hatte dafür die Qualität gewonnen und mit seinem weißen Läufer den Turm auf a8 verspeist. Beim Kiebitzen hatte ich den Eindruck, dass Thomas seinen Läufer mit Schach auf d4 opfern könnte, aber als Kiebitz opfert es sich mit fremden Figuren ja bekanntlich recht leicht. Thomas entschied sich mit der Dame auf a8 den Läufer zu schlagen. Später gelang es ihm, Dame und Qualität, nach vorausgegangenem Damenopfer wieder zurückzugewinnen. Allerdings verblieb er letztendlich mit einem Minusbauern und die beiden verbundenen Freibauern auf der d und c-Linie erwiesen sich im Läuferendspiel als zu stark. Bei noch zwei ausstehenden Spielen führten wir also 2,5:1,5.

Ich hatte zwischenzeitlich meine Stellung weiter verstärken können, konnte aber keinen eindeutigen Gewinnweg finden. Ich entschied mich dann nach längerer Überlegung einen Springer auf g7 zu opfern. In der folgenden Entwicklung würde ich zwei weitere Bauern, also insgesamt drei Bauern für den Springer bekommen. Mein Gegner würde dann mit vier vereinzelten Bauern und einer offenen Königsstellung verbleiben. Außerdem stand sein eigener Springer passiv am Rand und konnte, aufgrund meiner vorgerückten Bauern nur sehr umständlich wieder reaktiviert werden. Meine Figuren standen sehr aktiv, so dass es eigentlich für weitere Bauerngewinne oder gar einen erfolgreichen Königsangriff reichen müsste. Offensichtlich war mein Gegner von dem Springeropfer überrascht worden und fand in der Folge nicht die besten Züge. Er versuchte seine verinzelten Bauern zu verteidigen und stellte dadurch seine Türme zu passiv, so dass ich tatsächlich einen starken Königsangriff bekam. Er versuchte zwar noch zu einem Turmabtausch zu kommen, aber durch ein Zwischenschach konnte ich die Partie entscheiden. Ich hatte eigentlich darauf gehofft, dass mein Gegner, um nicht mit seinem König auf die Grundreihe zurückgehen zu müssen, seine Dame dazwischen stellen würde. Dies hätte mir ein Ablenkungsopfer mit dem Turm mit Schach und Damengewinn ermöglicht. Stattdessen zog er seinen Läufer dazwischen, was eigentlich gar nicht ging, da ich den Läufer einfach mit einem Bauern schlagen konnte. Daraufhin nahm er mit dem Turm zurück, der aber völlig ungedeckt war, so dass ich ihn mit der Dame mit Schach und Doppelangriff auf den zweiten Turm einfach schlagen konnte. Das hatte was von "schachlichem Selbstmord". Danach gab mein Gegner sofort auf. Zur gleichen Zeit hatte Hennings Gegner Remis angeboten, was Henning sofort annahm. Wie er mir später sagte, war er eigentlich der Meinung, dass die weißen Bauern seines Gegners schneller ein Umwandlungsfeld erreichen konnten, aber offensichtlich war sein Gegner anderer Meinung.

Damit hatten wir einen schönen 4:2 Sieg eingefahren und das erste Mal in dieser Saison auch gewonnen, wenn ich gespielt habe, was mich doch etwas beruhigt.

Gruß Rüdiger

23.04.2018 ( TW )

Nachfolgend die Abschlusstabelle, die uns auf dem tollen 3. Platz ausweist sowie die Spielerauswertung.





01.05.2018 ( TW )

Leider spielte das Wetter am 1. Mai überhaupt nicht mit und die Sache wurde vorzeitig vom Veranstalter abgebrochen. Der Dank gilt denjenigen, die sich trotzdem engagierten, allen voran Henning, Alex und Eckhard.  

17.06.2018 ( Henning )
Moin allerseits,
Am 28.07. und 29.07. biete ich in Sarkwitz je von 10:30 bis 12 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Jugendschach an.
Ich habe 18 Anmeldungen bekommen und würde mich freuen, wenn ich von dem ein oder anderen Unterstützung bekommen würde.
Gruß Henning

10.08.2018 ( TW )

Das Angebot von unserer Schachjugend im Dorfgemeinschaftshaus in Sarkwitz kam gut an. Samstag war sehr gut besucht, Sonntag letztendlich auch witterungsbedingt ( sehr heiß ) kamen einige weniger.
Unterstützung bekamen Henning und Alex von Torsten, Klaus, Eckhard und Tristan.

29.08.2018 ( TW )

Heute wurde folgende Mannschaftsreihenfolge für die Bezirksliga gemeldet:
01 Richter, Rüdiger
02 Storbeck, Dirk
03 Münsterberg, Wolfgang
04 Urban, Henning
05 Patzer, Marco
06 Dr. Wurz, Michael
07 Schröder, Torsten
08 Schütt, Günter
09 Brandt, Alexander
10 Wirtgen, Tristan
11 Seletzkie, Eckhard
12 Weingarten, Wolfgang
13 Loffhagen, Jan-Eric
14 Schulze, Walter
15 Schmidt, Klaus

Heinrich Schelten erklärte sich zwar auch bereit, als Ersatzspieler aufzutreten, jedoch drang seine vor kurzem erfolgte Anmeldung offensichtlich noch nicht bis zum Schachverband durch.

02.09.2018 ( TW )

Die Paarungen der Bezirksliga 2018 wurden vom Schachverband vergeben. Sie sind unter
>> Termine vermerkt. Es beginnt am 25.10.2018 mit einem Donnerstags-Spiel auf Fehmarn.
( https://schachverband-sh.de/index.php/de/clm-2018 )

26.10.2018 ( Rüdiger )


gestern haben wir unser Auftaktspiel in dieser Saison auf Fehmarn erfolgreich absolviert, wenn auch mit Hindernissen und einem gewissen Drama zum Abschluss. Die Anreise war schon mal nicht so einfach, wie gedacht. Ich fuhr zwar richtig früh los, geriet aber in eine Umleitung auf Fehmarn und verwechselte noch Niendorfer Weg und Niendorfer Straße und kam dann erst gegen 19:15 Uhr bei der Adresse an. Dort traf ich auf Torsten und Günter, die auch schon erfolglos das eigentliche Spiellokal gesucht hatten. Als wir es endlich gefunden hatten, war es bis zum Spielbeginn schon nicht mehr allzu lange hin. Kurz nach 19:30 Uhr trafen auch Eckie und Wolfgang ein, nur Jan-Eric fehlte noch.

Dann ging es los. Das Spiellokal war zwar großzügig zum Sitzen, Katzen und ein schönes Aquarium im Vorraum des Cafes in der Seniorenresidenz waren auch vorhanden, aber Getränke gab es leider nicht. Kurz nach 8:00 Uhr kam Jan-Eric doch noch, so dass wir letztendlich alle Bretter besetzen konnten. Jan-Eric war eine Stunde auf der Suche nach dem Spiellokal durch Fehmarn geirrt, was sicherlich keine optimale Vorbereitung auf das Spiel darstellte.

Nach einer guten Stunde sah es nicht allzu gut für uns aus. Jan-Eric hatte gleich zu Beginn der Partie irgendwie eine Leichtfigur eingebüßt, wie habe ich leider nicht mitbekommen. Eckie hatte einen Bauern weniger und Günter stand total auf Verlust. Wie Günter mir später sagte, war im die Eröffnung total verunglückt. Nach 9 Zügen standen seine Figuren alle noch auf der Grundreihe, lediglich einige Bauernzüge waren erfolgt und er hatte seinen Springer zwar nach c6 entwickelt, ihn aber nach dem gegnerischen Bauernvorstoß nach d5 wieder nach b8 zurückgezogen. Sein Gegner hatte schon rochiert und seine Figuren in Stellung gebracht. Da brauchte es schon ein Wunder, um den Entwicklungsnachteil ausgleichen zu können. Als ich wenig später noch einmal an dem Brett vorbeiging, konnte Günters Gegner nach meiner Einschätzung einfach den Turm auf h8 mit seiner Dame schlagen, ohne dass Günter die Dame dafür nachhältig in Bedrängnis hätte bringen können. Im Geiste hakte ich die Partien von Jan-Eric und Günter schon ab und hoffte bei Eckie, dass es noch ein Remis werden könnte.

An Positivem hatten wir auch ein paar Lichtblicke zu vermelden. Torsten stand solide mit Raumvorteil und Möglichkeiten am Königsflügel, dass sah ganz gut aus. Wolfgang hatte sich sehr kompakt aufgebaut, ohne Schwächen, während sein Gegner zwar viel Raum mit seinen Figuren einnahm, aber ein wenig offen stand und sehr viel Zeit verbrauchte, während Wolfgang gelassen und scheinbar tiefenentspannt dasaß. Kurz darauf konnte Wolfgang die Qualität gewinnen. Da winkte ein ganzer Punkt. Bei mir sah es auch ganz gut aus. Ich kam gut aus der Eröffnung und bekam Angriff am Königsflügel. Mein Gegner verbrauchte ordentlich Zeit und meine Figuren standen sehr gut, so dass ich keine Probleme hatte, gute Züge zu finden.

Nach zwei Stunden wendete sich das Blatt. Bei Jan-Eric sah es zwar weiterhin nicht gut aus, da der Gegner einfach eine Figur mehr und Angriff auf die Königsstellung hatte, aber Eckie hatte ein wenig Druck gegen den König seines Gegners entwickeln können, auch wenn ich nicht erkennen konnte, wie er durchschlagenden Angriff bekommen sollte. Ein Remis schien aber gut möglich. Günters Gegner hatte den Turm nicht genommen, warum auch immer, und Günter hatte sich irgendwie entwickeln können und tauschte eine Figur nach der anderen ab. Mit jedem Abtausch entspannte sich seine Lage ein wenig. Ein tolle Leistung. Plötzlich schien hier ein Remis das einzig mögliche Ergebnis zu sein. Torsten schien inzwischen deutlichen Vorteil zu haben. Er hatte Druck auf der halboffenen c-Linie und der König des Gegners stand doch etwas luftig. Das sah gut aus. Wolfgang hatte noch gut 90 Minuten auf der Uhr, sein Gegner nur noch 10 Minuten. Wolfgang bereitete in aller Ruhe die Öffnung der Stellung am Damenflügel vor und sein Gegner fand keine Lösungen und würde extreme Zeitnotprobleme bekommen. Bei mir schien inzwischen der Königsangriff voranzukommen und ich träumte schon von allen möglichen Opfern mit guten Gewinnaussichten, aber irgendwie ging immer noch irgendwas, so dass man Gegner mir letztendlich doch noch entwischte und begann, seinen König an den Damenflügel zu überführen. Damit war mein schöner Angriff irgendwie verpufft. Der Computer findet bestimmt irgendeinen Zug, den ich hätte machen sollen, ich fand ihn aber nicht. Danach merkte ich, wie mir die Initiative entglitt. Ich fand nur noch eher passive Züge und ich hatte Bedenken, dass mein Gegner die Stellung würde öffnen können. Im Moment hatte ich zwar noch deutlich mehr Raum und die Figuren meines Gegners standen beengt und teilweise schlecht, aber das kann sich ja schnell ändern.

Nach einem weiteren Rundgang stand Eckie plötzlich ebenfalls auf Gewinn. Sein Gegner sagte mir nachher, er habe Eckies Springer geschlagen, was wohl ein Fehler war, da sich dadurch Felder um den König herum öffneten. Wolfgang war ebenfalls klar auf der Siegerstraße, Torsten sah auch eher nach Gewinn aus und Günter stand inzwischen total ausgeglichen auf Remis. Blieb nur der eine Minuspunkt aus der Partie von Jan-Eric, obwohl er auch einige Gegenchancen zu haben schien. Danach entschied ich, meinem Gegner Remis anzubieten, was er auch sofort annahm. Kurz darauf musste Jan-Eric zwar aufgeben, aber dafür fuhr Eckie den Sieg ein und auch Wolfgang gewann. Damit lagen wir 2,5-1,5 in Führung. Bleiben noch die Partien von Torsten und Günter. Torsten tauschte einen Läufer ab und schien keine zwingenden Fortsetzungen mehr zu finden. Sein einer Turm stand recht passiv und sein Gegner konnte seine Königsstellung konsolidieren. Letztendlich einigten sich beide dann auf ein Remis. Damit hatten wir auch das Mannschaftsremis gesichert.

Jetzt blieb nur noch Günters Partie, die eigentlich total Remis schien, aber sein Gegner wusste natürlich, dass dies die Niederlage für seine Mannschaft bedeutet hätte. Dementsprechend spielte er weiter. Beide hatten das Läuferpaar und einen Springer, jeweils die drei Bauern vor dem König und zwei verbundene Bauern auf der a- und b-Linie. Günters Gegner versuchte irgenwie die etwas bessere Stellung seiner Läufer auzunutzen. Letztendlich gelang es ihm, Günters schwarzfeldrigen Läufer gegen seinen Springer zu tauschen. Damit behielt er das Läuferpaar. Nachdem ein Bauernpaar am Damenflügel abgetauscht war, gelang es Günte aber, seinen Bauern mit seinem weißfeldrigen Läufer zu verbinden. Damit konnte sich sein Springer "frei" auf beiden Felderfarben bewegen. Das Spiel ging über die Zeitkontrolle und letztendlich stellte Günter einfach seinen Springer ein, indem er den Läufer versehentlich von der Deckung des Springers abzog, gerade, als er alles unter Kontrolle zu haben schien. Schach kann wirklich ein grausames Spiel sein. Günters Spiel war in der Eröffnung eigentlich hoffnungslos verloren. Dann hatte er die Partie irgendwie gerettet, sich mit einer tollen Leistung eine klare Remisstellung herausgearbeitet und letztendlich alles mit einem katastrophalen Fehler wieder verloren. Wirkliche schade, aber insgesamt haben wir mit dem Unentschieden ein gutes Mannschaftsergebnis erzielt, auch wenn Günter das nicht wirklich trösten wird.

Gruß Rüdiger

18.11.2018 ( Rüdiger )

Moin Männer,

gestern gegen Travemünde haben wir vom Ergebnis her scheinbar einen
souveränen 4,5:1,5 Erfolg eingefahren, wobei das Ergebnis nicht im
Geringsten etwas über den wieder einmal teils kuriosen bis dramatischen
Verlauf aussagt. Außerdem hat der gestrige Spieltag die (meine)
Einschätzung über gewonnene oder verlorene Stellungen erneut dermaßen
über den Haufen geworfen und deutlich gemacht, dass die Partien,
zumindest bei unserer Spielstärke, immer erst vorbei sind, wenn einer
der beiden Spieler aufgegeben oder beide sich auf ein Remis verständigt
haben. Dazwischen ist offensichtlich alles möglich. Meine Gegner
scheinen in dieser Saison gerne sehr viel nachzudenken und Bedenkzeit zu
verbrauchen, was mir die Möglichkeit gibt, etwas ausgiebiger bei den
anderen Brettern zu kiebitzen, aber vielleicht sollte ich auch ein wenig
mehr an meinem Brett nachdenken, aber dazu später mehr.

Nun aber zum Spielverlauf. Torsten kam, wie angekündgt, erst gegen 8:00
Uhr und musste daher mit einer halben Stunde weniger auf der Uhr
auskommen. Ich bekam kurioserweise die gleiche Eröffnung vorgesetzt, wie
im Pokalhalbfinale gegen Dirk, wobei ich mir dieses Mal vornahm, nicht
wieder in die lästige Fesselung auf der weißen Diagonale zuzulassen, was
mir kurioserweise trotzdem nicht gelingen sollte. Dirk spielte an Brett
2 die gleiche Eröffnung, wobei sein Gegner seinen weißfeldrigen Läufer
zu früh nach b7 stellte und damit das Damenschach auf a4 zuließ, ohne
dass er dies durch seinen Läufer aufheben konnte. Somit musste er seinen
Läufer mit dem Bauernzug c6 "zumauern" und Dirk konnte seinen Springer
schön auf e5 platzieren und schien damit klar in Vorteil zu kommen.
Wolfgang hatte sich gewohnt solide aufgestellt mit dem Caro-Kann
Bauerndreieck und Läuferfianchetto am Königsflügel. Sein Gegner tat ihm
noch den Gefallen die e-Linie durch einen Bauerntausch zu öffnen, so
dass er mit Dame, Turm und dem weißfeldrigen Läufer schon ordentlich
Druck am Königsflügel entfalten konnte. Torsten musste sich etwas
beeilen, stellte sich mit Weiß aber sehr aktiv auf und bekam bei vollem
Brett zunehmend Druck auf die beengt stehenden schwarzen Figuren. Das
sah ebenfalls gut aus. Günter hatte sich dieses Mal gut entwickelt und
schien mittelfristig einen Bauern gewinnen zu können. Er hatte zudem die
halboffene a-Linie für seinen Turm. Auch hier sah es vielversprechend
aus. An Brett 6 standen wir klar auf Gewinn. Auch Alex konnte das
Damenschach auf a4 geben, da sein Gegner seinen weißfeldrigen Läufer auf
den Königsflügel verlegt hatte. Als ich kurz darauf erneut ans Brett
kam, gewann Alex gerade die zweite Leichtfigur. Das sah nach einem
einfachen Gewinn aus.

Mein Gegner verbrauchte weiterhin ordentlich Zeit auf der Uhr. Wir
hatten beide noch alle Figuren auf dem Brett, wobei sich die Bauern auf
den Feldern d4, c4 und d5, c5 direkt gegenüber standen und darauf
warteten, im richtigen Moment ihr Gegenüber zu schlagen. Dirk hatte
seinen Vorteil ausgebaut, einen Springer temporär geopfert, um den
gegnerischen Läufer über eine Fesselung der Dame mit seinem Turm zu
gewinnen. Sein Gegner hatte immer noch große Entwicklungsprobleme, da
sein Springer am Damenflügel nicht ins Spiel kam und damit auch der Turm
wirkungslos in der Ecke stand. Außerdem verfügte Dirk über einen
Freibauern auf c5. Das sah nach einem vollen Punkt aus. Dann sah ich,
dass die Partie an Brett 6 zu Ende war und ich ging hin, um Alex zu
seinem Sieg zu gratulieren. Dieser saß aber völlig erstarrt vor dem
Brett, während sein Gegner sein Glück gar nicht fassen konnte.
Offensichtlich hatte nicht nur ich sondern auch Alex, eigentlich
berechtigterweise, den Sieg schon verbucht und war dann einem
unerwarteten Mattangriff zum Opfer gefallen. Das Material dafür war
sicherlich noch auf dem Brett, auch wenn der Gegner materiell bereits
hoffnungslos im Hintertreffen war. Was genau passiert war, konnte ich
auf dem Brett nicht mehr sehen,  da die Figuren bereits wieder in der
Grundstellung aufgebaut waren. Alex war natürlich sehr frustriert, was
ich gut nachvollziehen kann. Irgenwie ist man genervt, dass der Gegner
nicht aufgibt, obwohl die Stellung längst eindeutig verloren ist und
dann zieht man etwas schneller und schaut nicht mehr so auf den eigenen
König. Das ist bestimmt jedem von uns schon mal passiert und leider
vergisst man diese Momente in der Regel nicht, aber dafür passiert einem
das dann auch nicht noch einmal.

Somit lagen wir erst einmal 0:1 zurück und als ich dann gegenüber auf
Günters Brett schaute, kam der nächste Schreck. Keine Ahnung, wie genau
das passiert ist, aber in diesem Moment hatte Günters Gegner seinen
Springer geschlagen und Günter musste diesen mit seiner Dame
zurücknehmen. Gleichzeitig war sein weißfeldriger Läufer von einem
gegnerischen Bauern angegriffen, so dass er diesen im nächsten Zug
verlieren würde. Damit entstand ein klar verlorenes Endspiel mit Dame
und Turm gegen Dame, Turm und Läufer bei gleicher Bauernzahl. Somit
kalkulierte ich mit einem glatten 0:2 Rückstand und lag, wie das obige
Ergebnis belegt, dieses Mal glücklicherweise wieder daneben.

Wenigstens sah es an den restlichen Brettern sehr gut aus. Torsten hatte
inzwischen die Dame auf die gegnerische Grundreihe getrieben und griff
den jetzt ungedeckten Springer seiner Gegnerin an, was sie allerdings zu
übersehen schien, denn sie zog ihren Läufer, so dass Torsten die Figur
einfach schlagen konnte. Damit war er klar auf der Siegerstraße. Auch
Wolfgang stand inzwischen klar besser. Er hatte auch seinen
schwarzfeldrigen Läufer auf eine Diagonale Richtung Königsflügel
überführt und sollte in der Folge Material gewinnen können. Dirk hatte
inzwischen auch Fortschritte gemacht. Der gegnerische König stand auf
h8, hinter den beiden Bauern h7 und g7, so dass auf der Grundreihe immer
mal wieder Mattdrohungen möglich waren, zumal der Springer auf b8 den
Turm auf a8 aus dem Spiel nahm. Bei mir gab es inzwischen auch
Fortschritte, die mir jedoch immer weniger gefielen. Die leidige
Diagonale machte erneut Probleme, wobei ich eigentlich glaubte, mit
einem Zwischenzug und dem Schlagen eines Springers alle Probleme lösen
zu können, doch mein Gegner ignorierte dies einfach und zog seinen
d-Bauern weiter nach d6 vor und öffnete damit die Diagonale h1-a8. Ich
hatte zwar eine Figur mehr, dafür hingen aber sowohl der Springer, als
auch mein Läufer auf b7 und beim möglichen Schlagen dieses Läufers
drohte dieser dann auch noch den Turm auf a8 zu schlagen. Ich entschloss
mich nach längerem Nachdenken die weißfeldrigen Läufer zu tauschen und
hatte damit aktuell sogar zwei Figuren mehr, wobei sich mein Gegner
aussuchen konnte, welche meiner drei Figuren er jetzt schlagen wollte.
Ich hatte allerdings berechnet, dass ich letztendlich mit besserer
Stellung aus der ganzen Abtauscharie herausgehen sollte, was
letztendlich aber nicht ganz klappte. Allerdings war es auf jeden Fall
recht kompliziert und mein Gegner versank erst einmal in tiefes
Nachdenken und ich konnte mir daher zunächst einmal ein paar Erfolge für
unsere Seite anschauen.

Wolfgang gelang eine wunderschöne Kombination. Nachdem er die
gegnerische Königsstellung durch einige Drohungen auflockern konnte,
drohte er mit Dame und Läufer auf h3 mit einem Mattangriff. Den konnte
der Gegner duch den Zug seines weißfeldrigen Läufers nach g4 zwar
scheinbar mit der Möglichkeit des Gewinns von Wolfgangs Läufer abwehren,
aber nach dem Zwischenschach auf f2 durch die Dame fiel auch noch der
Bauer g3 mit Schach durch den schwarzfeldrigen Läufer. Zwar drohte nach
dem folgenden Königszug nach h1 jetzt der Damenverlust, aber Wolfgang
konnte das "einfach" ignorieren und den weißfeldrigen Läufer auf g4
schlagen, womit er seinerseits die weiße Dame angriff. Am Ende der
Kombination hatte Wolfgang einen Läufer und zwei wichtige Bauern vor dem
weißen König gewonnen. In der Folge versuchte sein Gegner noch mit
Läufer h6 Mattdrohungen gegen den schwarzen Köing aufzustellen, aber das
konnte Wolfgang leicht abwehren. Durch eine weitere kleine Kombination
konnte Wolfgang den gegnerischen König auf die Grundreihe zwingen und
mit einem Turmschach, bei gleichzetigem Angriff auf die Dame die Partie
sofort beenden. Da macht das Zuschauen richtig Spaß. Torsten hatte
zwischenzeitlich noch ein paar Bauern gewonnen. Als seine Gegnerin die
Bauern vor ihrem König vorzog, um seinen Läufer einzusperren, konnte er
Damentausch mit weiterem Materialgewinn erzwingen, so dass seine
Gegnerin aufgab. Gleich darauf fuhr auch Dirk den vollen Punkt ein. Nach
dem Abtausch eines Turms, konnte Dirk mit der Drohung eines
Grundreihenmatts einen weiteren Bauern gewinnen und vor allem die Felder
vor dem Freibauern auf c5 mit seinem Läuferpaar beherrschen, so dass
sein Gegner die Umwandlung bzw. weiteren Materialverlust nicht mehr
vermeiden konnte. Das ließ er sich nicht mehr zeigen und gab auf. Damit
hatten wir das Unentschieden bereits gesichert und führten 3:1, wobei
ich in Gedanken eigentlich von 3:2 ausging, da Güner ja klar auf Verlust
stand. Als ich mir sein Brett anschaute stellte ich fest, dass
zwischenzeitlich die Türme getauscht worden waren. Dies nützt ja
eigentlich derjenigen Seite mit dem Materialplus, aber sein Gegner hatte
den Läufer irgendwie nie richtig aktiviert. Er stand eher passiv bzw.
als Angriffsziel auf dem Brett. Außerdem hatte er zugelassen, dass
Günter seine Dame in der Nähe des weißen Königs platzieren konnte.
Vielleiht ging ja doch noch was. Irgendwie läuft Günter immer dann zu
großer Form auf, wenn er eine verlorene Stellung auf dem Brett hat.
Seine Zähigkeit in der Verteidigung ist wirklich bemerkenswert.

Bei mir hatte sich nunmehr der Rauch ein wenig verzogen. Ich musste
feststellen, dass meine Berechnungen ein Loch hatten. Letztendlich
musste ich mich zwischen einem zweifelhaften Mattangriff auf den weißen
Feldern mit einer vollen Minusfigur oder einer Abwicklung mit einer
Qualität und einem Mehrbauern für eine Figur, dafür aber mit offener
Königsstellung entscheiden. Vor dem Hintergrund, dass mein Gegner zu
diesem Zeitpunkt noch 17 Minuten für knapp 20 Züge hatte und erst noch
seinen Springer b1 und seinen Turm a1 ins Spiel bringen musste, schien
mir die zweite Variante deutlich aussichtsreicher, wenigstens noch ein
Remis herauszuholen, um den Mannschaftssieg zu sichern. Zu diesem
Zeitpunkt endete plötzlich das Spiel von Günter mit einem Remis durch
Dauerschauch. Eigentlich hätte der Gegner, so wie ich das gesehen hatte
und was mir Wolfgang später bestätigte, nur einen anderen Königszug
machen müssen, um dem Dauerschach auszuweichen, aber umso besser, dass
er dies nicht tat. Somit hatte Günter tatsächlich noch ein Rems
erreichen können und unser Mannschaftssieg war damit in trockenen
Tüchern. Jetzt musste ich nur noch sehen, dass ich irgendeine Stellung
aufs Brett bekam, in der man seriöserweise Remis anbieten könnte, so war
jedenfalls mein Plan. Ich versuchte die schwarzfeldrige Diagonale a1-h8
mit meinen Bauern zu schließen, um vielleicht mit meiner Dame dem König
auf die Pelle rücken zu können, ohne in irgendwelche Mattangriffe zu
laufen. Allerdings fand mein Gegner die richtigen Züge, um dies zu
verhindern, aber dafür überlegte er weiterhin recht lange. Meine
Stellung wurde also zusehends schlechter, aber die Zeitnot meines
Gegners wurde gleichzeitig immer dramatischer. Er hatte nur noch knapp 5
Minuten für 12 Züge, als ich meinen Turm für seinen Springer geben
musste. Dadurch spielte ich mit einer glatten Figur weniger und einen
Freibauern auf d5 hatte er auch noch, den er dann bis auf d6 vorzog.
Nach dem erzwungen Abtausch der Türme blieben meinem Gegner noch knapp
1,5 Minuten für 8 Züge. Meine Dame stand schlecht, der Bauer drohte
durchzulaufen und ich musste immer aufpassen, dass ich keinen
Damentausch mit Schach zulassen musste. Ich versuchte schnell zu ziehen
und überraschende Züge zu machen, die meinen Gegner zum, zumindest
kurzzeitigen Nachdenken bringen würden. Das ist sicher nicht die beste
Voraussetzung für eine gute Zugauswahl, aber bei meinem Gegner
funktionierte das sehr gut. Es hätte sicherlich einfache Weg zu einem
Gewinn für meinen Gegner gegeben, laut Wolfgang hätte es ausgereicht,
den Freibauern weiter vorzuziehen, aber glücklicherweise fand er diese
nicht. Seine Zeit lief weiter runter, ich konnte den Freibauern mit dem
König schlagen und er hatte nur noch 13 Sekunden, 9 Sekunden, 3 Sekunden
und schließlich nur noch eine Sekunde auf der Uhr, so dass er im 35. Zug
die Zeit überschritt. Schon ein komisches Gefühl, so eine Partie zu
gewinnen in totaler Verluststellung. Mit den neuen Bedenkzeiten mit
Zeitgutschrift für jeden Zug ist so etwas auch kaum mehr möglich und das
ist vielleicht auch gut so.

Im Ergebnis habe ich mit dieser Variante, die ich mir in einem Video auf
chess24 angesehen habe, zweimal mit Schwarz eine schlechtere Stellung
bekommen und trotzdem gewonnen, also 2/2, aber soviel Glück hat man
nicht immer, also sollte ich mir die Variante besser noch einmal genauer
anschauen oder etwas anderes spielen. Neben den wirklich souveränen
Siegen von Torsten, Wolfgang und Dirk hat Günter ein tolles Kampfremis
aus einer Verluststellung herausgezaubert und auch ich konnte, mit
reichlich Mithilfe meines Gegners mit seinem Zeitmanagement, eine
Verluststellung sogar noch in einen Sieg ummünzen. Wir fünf sind
sicherlich sehr zufreden nach Hause gefahren. Lediglich Alex hat
verständlicherweise einen gebrauchten Abend gehabt und muss mit dem
Frust eines verschenkten Sieges zurecht kommen, was ihm hoffentlich
nicht das ganze Wochenende verderben wird.

Gruß Rüdiger


01.12.2018 ( TW )

Die Paarung gegen Kücknitz haben wir leider mit 1,5 zu 4,5 verloren. Näheres unter >>
https://schachverband-sh.de/de/bezirksliga-b-ost.html

14.12.2018 ( TW )

Gestern wurde die Pokalrunde mit einem Sieg von Rüdiger über Eckhard beendet. Lange Zeit war es ein ausgeglichenes Spiel mit Stellungsvorteil für Eckhard bis am Ende nach gut drei Stunden einige nicht optimale Züge von ihm zum Sieg von Rüdiger reichten.  

27.12.2018 ( TW )

Die Hauptversammlung findet nun am 15.02.2019 statt. Eine Einladung folgt in Kürze.

Ende 2018


 
 
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